Bukarest, Universität
Strada Edgar Quinet, Bukarest, Rumänien
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Eigentlich wollte Sybille Buhn ihr Studium an der Babeș-Bolyai-Universität Cluj beginnen. Da es ab 1983 die von ihr favorisierte Fremdsprachenabteilung nicht mehr gab, entschied sie sich, stattdessen in Bukarest ein Lehramtsstudium zu beginnen. Hier lernte sie ihren jetzigen Mann Giancarlo, einen italienischen Lektor kennen. Durch diese Verbindung mit einem Ausländer, wurde die Securitate auf das Paar aufmerksam. Sybille wurde von nun an beschattet und von den Geheimdienstlern überwacht. Die Druckmittel wurden immer weiter erhöht, sodass schließlich die Papiere verschwanden oder der Schrank im Studentenwohnheim durchwühlt wurde und Klamotten abhanden kamen. Als diese Methoden keine Wirkung zeigten, wurde Sybille persönlich angesprochen und ihr deutlich gemacht, dass sie die Verbindung mit dem italienischen Lektor lösen solle. Durch diese Vorkommnisse sah sich Sybille gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Bestärkt wurde sie durch die Geburt ihres Sohnes Lars 1987 und ihrer Tochter Clelia 1988. Im Sommer 1988 stellte sie den ersten Antrag auf Ausreise und konnte schließlich, nach der rumänischen Revolution und dem Ende des Ceaușescu-Regimes, am 01. März 1990 über Ungarn nach Deutschland gelangen.

Sybille Buhn

Sybille Buhn

Sybille Buhn wurde am 15.07.1965 in Neustadt (Cristian) geboren. Sie gehört den Siebenbürger Sachsen, einer deutschsprachigen Minderheit in Rumänien an. Nach dem erfolgreich bestandenen Abitur begann für sie mit dem Studium an der Bukarester Universität ein neuer Lebensabschnitt. Durch die Beziehung zu einem italienischen Lektor wurde der rumänische Geheimdienst, die Securitate, auf das Paar aufmerksam. Anhaltende Komplikationen, Drohungen und einschneidende Erlebnisse durch das Eingreifen in die Privatssphäre, ließen in Sybille und ihrem Freund Giancarlo die Gedanken aufkommen, das Land zu verlassen. Endgültig bestärkt wurden die beiden durch die Geburt ihrer beiden Kinder Lars und Clelia, denen man ein Leben in einer Diktatur nicht zumuten wollte. Während der beginnenden Tumulte der rumänischen Revolution im Jahr 1989 stand das Familienglück auf Messers Schneide, mit dem Tod des Diktators Ceausescu aber konnte die junge Familie schließlich doch unbehelligt das Land in Richtung Heidelberg verlassen. Mittlerweile lebt die Familie in Nannhausen, einem kleinen Dorf in Rheinland-Pfalz.

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Die Universität Bukarest wurde im Jahr 1694 durch Constantin Brâncoveanu als Akademie des Heiligen Sava (Bukarest) gegründet und hatte anfangs griechischsprachigen Theologie- und Philosophieunterricht. Ihr Hauptgebäude befindet sich am Universitätsplatz im Zentrum der Stadt. Mitte Dezember 1989 begann in Timișoara ein Volksaufstand gegen den damaligen Diktator Nicolae Ceaușescu. Am 21. Dezember erreichte dieser Bukarest, da Securitate-Truppen, Scharfschützen und mit Panzern ausgerüstete Armeeeinheiten ein Massaker in der empörten Menschenmenge anrichteten. Brände griffen auf die Universitätsbibliothek über, in Bukarest gab es rund 500 Tote. Am 22. Dezember 1989 verkündete der staatliche Fernsehsender TVR Rumänien als befreit.

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