Berlin, Friedrichstraße
Berlin-Friedrichstraße, 10117 Berlin, Germany
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Ein unbekannter Fluchthelfer

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Monika Khalaf, zum Zeitpunkt ihrer Flucht in 1958 zehn Jahre alt, und ihre Mutter, flüchten gemeinsam von Erfurt aus, über Berlin, in den Westen. Anstoß gaben zwei Polizisten die Khalafs Mutter warnten. Mutter und Tochter flüchteten mit nur einem einzigen Koffer. Am Erfurter Hauptbahnhof stiegen sie in eine S-Bahn Richtung Berlin, Friedrichstraße. In Berlin Friedrichstraße stiegen sie wiederum in eine Tram um, zum normalen Berufsverkehr dazu, Richtung Siemensstadt. Während der Zugfahrt fürchteten sie beinahe entlarvt zu werden, da sie keine Genehmigung für die Einreise in den Westen hatten. Doch es kam anders als erwartet. Khalafs Mutter bekam von einem Unbekannten ein Zeichen. Der Unbekannte schlug seinen Mantel über den Koffer um die beiden damit zu tarnen.

Monika Khalaf

Monika Khalaf

Frau Monika Anni Charlotte Khalaf, geborene Georgi, kam am 16. März 1949 in Erfurt zur Welt. Ihre Familie besaß ein eigenes Lokal, bis sie dieses zwangsweise verloren. Der Vater Khalafs wird an die Ostsee zum Arbeiten in Ferienhotels versetzt. Er flieht von dort aus in den Westen. Monika Khalaf und ihre Mutter sind derweil noch in Erfurt. Als die Mutter von zwei Polizisten gewarnt wird, flüchten Mutter und Tochter per S-Bahn nach Berlin. Auf ihrem Weg scheint es kurz so, als würden sie von einem Zugschaffner entlarvt, doch wider erwarten hilft ihnen dieser und tarnt ihren einzigen Koffer mit seinem Mantel. Von Berlin geht es über die Luftbrücke nach Nürnberg. Anschließend geht es weiter Richtung München, bis sie letztendlich im Vogelsberg ankommen. Dort findet die Familie wieder zusammen und das Leben Monika Khalafs fängt an sich zu normalisieren.

Berlin, Friedrichstraße

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Back in the days of the Iron Curtain, the S-Bahn station Berlin-Friedrichstraße was the last station in the GDR before the border to West Berlin. It became one of the main crossing points between East and West Berlin. Since 1945, many people from East Germany used this station to flee to the West. However, after the Berlin Wall was erected in August 1961, the station was separated into two parts. Thus, it turned from a transit station into a terminus and a border checkpoint for travelers from both parts of Berlin. The station was separated into two areas that were hermetically sealed off from each other; contact between the two was not possible. It was here where people parted with relatives and friends. Therefore, until 1989, the S-Bahn station was also colloquially called the “Palace of Tears.”

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